Zentralbanken stehen bei CBDCs vor ungewöhnlichen Herausforderungen – Studie

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Ein gängiges Argument für Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) ist, dass diese angeblich die finanzielle Integration fördern könnten. Wie dieses Ziel erreicht werden kann oder was „finanzielle Inklusion“ überhaupt bedeutet, muss allerdings erst noch ausgelotet werden, wie ein Forschungspapier der Bank of Canada nun feststellt. Es kommt zu dem Schluss, dass die Zentralbanken bei der Schaffung einer solchen „inklusiven“ Zentralbankwährung mit einer Reihe ungewohnter und nicht traditioneller Herausforderungen konfrontiert sein werden.

Indem sie „wesentliche Hindernisse aufzeigten und die realen Ungleichheiten beschrieben, die den üblicherweise verwendeten aggregierten Statistiken zugrunde liegen“, identifizierten die Autoren des Papiers drei Arten von Inklusion, die für eine allgemein zugängliche Zahlungsmethode notwendig sind: finanzielle Inklusion, digitale Inklusion und praktische Zugänglichkeit. Denn private Finanzinstitute haben möglicherweise keinen Anreiz, auf die Bedürfnisse derjenigen einzugehen, die unterversorgt sind. Vor diesem Hintergrund stellen die Autoren fest:

„Unsere Analyse deutet darauf hin, dass die Zahl der Personen, die mit Hindernissen oder Ausgrenzung konfrontiert sind, viel größer ist, als bisher angenommen wurde.“

Wenn nicht alle drei Aspekte der Zugänglichkeit berücksichtigt werden, könnten Personen, die bei einer Art der Inklusion schon Probleme haben, auch bei der Einführung einer CBDC die gleichen Nachteile haben, so die Autoren. So leben beispielsweise Angehörige der kanadischen „First Nations“ im Durchschnitt in einer viel größeren Entfernung zu Finanzinstituten als andere Kanadier (25 km gegenüber 1,9 km), weshalb ihre finanzielle Integration maßgeblich von der digitalen Integration abhängen würde.

Die Elemente der finanziellen Inklusion. Quelle: Bank of Canada

Finanzielle Kompetenz und Benutzerfreundlichkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Jugendliche aus den First Nations haben zwar wahrscheinlich Internetzugang, sind aber im Umgang mit digitaler Technologie weniger geübt als ihre nicht-indigenen Altersgenossen, so das Papier weiter. Andere Kanadier zögern möglicherweise aufgrund übertriebener Ängste in Bezug auf die Sicherheit, digitale Technologien zu nutzen.

Die kognitive Belastung – der Schwierigkeitsgrad bei der Nutzung digitaler Finanztechnologien – und andere Fragen der Benutzerfreundlichkeit sind weitere potenzielle Hindernisse für die Zugänglichkeit, die mit der Alterung der Bevölkerung wahrscheinlich zunehmen werden. Ältere Menschen nutzen Smartphones weniger als jüngere, und weniger als 60 % der Bevölkerung verfügen laut einer zitierten Umfrage über Internetkenntnisse, die als gut oder fortgeschritten eingestuft werden können. Das Problem erfordert deshalb „eine tiefere Erforschung des Designs für kognitive Barrierefreiheit“, wie die Autoren mahnen.

Auch behinderte Menschen können größere Schwierigkeiten bei der Nutzung der Technologie haben, denn behinderte Menschen in Kanada haben deutlich weniger Zugang zum Internet als andere Kanadier.

Die Herausforderung liegt darum eher in der Erbringung der neuen Zahlungsdienstleistungen als in der Art der CBDC selbst, so das Papier. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert, dass sich die Zentralbanken mit Problemen auseinandersetzen, die sie im Normalfall als weit außerhalb ihres Interesses liegend ansehen würden.

Die Studie befasste sich mit den Bedürfnissen bestimmter Teile der kanadischen Bevölkerung. Eine frühere Studie ergab jedoch, dass die Mehrheit der Kanadier aufgrund der guten Zugänglichkeit von Finanzdienstleistungen im Land wenig Grund hat, eine CBDC zu nutzen.




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