News von Trading-Treff.de
Liebe Leserinnen und Leser,
591 Millionen Dollar Verlust – diese Zahl schickte die Intel-Aktie am Freitag auf Talfahrt und beendete eine bemerkenswerte Rally, die das Papier zuvor um fast 150 Prozent nach oben katapultiert hatte. Doch Intel ist nicht allein: Während die Tech-Earnings-Saison an Fahrt aufnimmt, zeigt sich ein Muster, das Anleger nervös macht. Quartalszahlen allein reichen nicht mehr – die Ausblicke müssen stimmen, die Guidance überzeugen, die Story weitergehen. Heute schauen wir auf drei Entwicklungen, die zeigen, wie schnell Euphorie in Ernüchterung umschlagen kann – und warum gerade jetzt der Blick auf Europa und die Fed-Sitzung nächste Woche entscheidend wird.
Intel: Wenn Kapazitätsengpässe die Hoffnung ausbremsen
Der Chip-Riese hatte eigentlich Grund zur Freude: Der Umsatz im vierten Quartal stieg, frisches Kapital von Investoren und sogar der US-Regierung floss ins Unternehmen. Doch dann kam die Guidance für das erste Quartal 2026 – und mit ihr ein erwarteter Verlust von 0,21 Dollar je Aktie. Das Ergebnis: Die Aktie brach am Freitag um über 17 Prozent ein.
Was war passiert? Intel kämpft mit Lieferengpässen bei der Produktion, ausgelöst durch die explodierende Nachfrage aus Rechenzentren, die die Chips für KI-Anwendungen benötigen. Ausgerechnet in dem Moment, in dem die Nachfrage boomt, kann Intel nicht liefern. Analysten von Benchmark brachten es auf den Punkt: Nach einem Kursanstieg von 150 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten war die Aktie auf alles vorbereitet – außer auf eine enttäuschende Prognose.
Für deutsche Anleger ist die Lektion klar: Selbst wenn die Fundamentaldaten stimmen und die Zukunft vielversprechend aussieht, können operative Engpässe die besten Wachstumsgeschichten torpedieren. Die Frage ist nun, wie schnell Intel die Produktionskapazitäten hochfahren kann – und ob die Konkurrenz in der Zwischenzeit Marktanteile erobert.
Anzeige: Genau zu diesem Chip-Engpass habe ich eine spannende Analyse durchgeführt. Börsenexperte Bernd Wünsche zeigt in seinem kostenlosen Webinar, welches Unternehmen vom globalen Chip-Krieg zwischen USA und China massiv profitieren könnte – mit einer potenziellen Gewinnchance von über 22.000%. Er analysiert den 624-Milliarden-Dollar-Chip-Markt und stellt eine Alternative vor, die als „die neue Nvidia“ gehandelt wird. Details zur Chip-Markt-Analyse ansehen
SAP-Chef Klein warnt vor der AfD – und meint die Wirtschaft
Während Intel mit internen Problemen kämpft, macht sich SAP-Chef Christian Klein Sorgen um externe Faktoren: die politische Stimmung in Deutschland. Im Podcast „Berlin Playbook“ positionierte sich Klein klar gegen die AfD und warnte vor den wirtschaftlichen Folgen ihrer Politik. „Mit der Politik der AfD, würden Sie sich da willkommen fühlen? Absolut nein“, sagte Klein mit Blick auf internationale Fachkräfte.
Seine Argumentation: SAP ist auf Talente aus Indien, den USA und Skandinavien angewiesen. Die Migrationspolitik der AfD würde ein „fatales Zeichen“ senden und den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden. Klein forderte die etablierten Parteien auf, parteipolitische Grenzen zu überwinden: „Es ist jetzt einfach mal an der Zeit, vielleicht auch manchmal das Parteibuch ein bisschen zu vergessen und einfach zu sagen, okay, was ist denn jetzt das Wichtige für Deutschland.“
Für Anleger ist diese Positionierung bemerkenswert: Selten äußern sich DAX-Chefs so explizit zu politischen Fragen. Doch Kleins Sorge ist nachvollziehbar – ohne qualifizierte Zuwanderung wird es für europäische Tech-Konzerne schwer, mit US-Konkurrenten wie Microsoft, Apple oder Meta mitzuhalten. Die Bundestagswahl am 23. Februar rückt näher, und die Wirtschaft schaut genau hin.
Bitcoin & die Fed: Warum nächste Woche entscheidend wird
Während die Aktienmärkte zwischen Quartalszahlen und geopolitischen Spannungen schwanken, bleibt Bitcoin erstaunlich stabil. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,2 Billionen Dollar hat sich die Kryptowährung auf Platz 8 der wertvollsten Assets weltweit etabliert – längst kein Nischenprodukt mehr, sondern ein fester Bestandteil moderner Portfolios.
Doch die kommende Woche könnte neue Impulse bringen: Am Mittwoch trifft sich die Fed zu ihrer Zinssitzung. Die Erwartung ist klar – die Zinsen bleiben stabil. Doch die Märkte lauschen genau auf die Worte von Fed-Chef Jerome Powell. Nach den jüngsten Turbulenzen um Trumps versuchte Absetzung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Powell selbst steht die Unabhängigkeit der Notenbank im Fokus.
Für Bitcoin könnte die Sitzung in beide Richtungen wirken: Signalisiert die Fed eine baldige Zinssenkung, dürfte das den Krypto-Markt beflügeln. Bleibt Powell hawkish und betont die Inflationsrisiken, könnte der Druck auf riskantere Assets zunehmen. Über 50 Prozent der institutionellen Investoren sind bereits in Krypto investiert – ihre nächsten Schritte hängen stark von der Fed-Kommunikation ab.
Earnings-Marathon: Tesla, Microsoft und Apple stehen an
Die kommende Woche wird für Tech-Investoren zur Belastungsprobe. Am Dienstag legt Tesla seine Zahlen vor, am selben Tag berichten Microsoft und Meta Platforms. Einen Tag später folgt Apple. Die Erwartungen sind hoch – vielleicht zu hoch.
Analysten rechnen für das vierte Quartal 2025 mit einem Gewinnwachstum von 8,2 Prozent für den S&P 500. Doch die Messlatte liegt noch höher: Für 2026 werden über 15 Prozent Gewinnwachstum erwartet. Die Frage ist, ob die Unternehmen diese Erwartungen erfüllen können – oder ob wir weitere Enttäuschungen wie bei Intel erleben werden.
Besonders spannend wird die Frage nach den KI-Investitionen: Zahlen sich die Milliarden aus, die in Rechenzentren und Infrastruktur gesteckt wurden? Oder bleibt es bei der reinen Infrastruktur-Story, während die Umsätze noch auf sich warten lassen? Die Antworten könnten die Märkte in den kommenden Wochen stark bewegen.
Europa im Aufwind? UBS setzt auf den europäischen Konsumenten
Während die USA mit schwächelndem Konsumwachstum und sinkenden Sparquoten kämpfen, sieht die Investmentbank UBS Chancen in Europa. Die Analysten setzen auf den europäischen Konsumenten – ein ungewöhnlicher Move, wenn man bedenkt, dass Europa in den letzten Jahren meist als Wachstumsbremse galt.
Die Argumentation: Europäische Haushalte haben während der Corona-Jahre Ersparnisse in Höhe von etwa 10 Prozent des BIP angehäuft, die Sparquote liegt rund 3 Prozentpunkte über dem Vorkrisenniveau. Gleichzeitig steigen die Reallöhne um 1,2 Prozent, Immobilienpreise ziehen an, und sinkende Energiepreise entlasten die Budgets. UBS prognostiziert, dass die Gaspreise bis zum dritten Quartal um 25 Prozent fallen könnten.
Für deutsche Anleger könnte das bedeuten: Europäische Konsumaktien – von Einzelhändlern bis Airlines – könnten überraschend gut abschneiden, während US-Konsumwerte unter Druck geraten. Ein stärkerer Euro, den UBS bei 1,19 Dollar im ersten Quartal sieht, würde europäischen Unternehmen mit dollarbasierten Kosten zusätzlich helfen.
Ausblick: Fed, Earnings und politische Unsicherheit
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Märkte ihre Nervosität überwinden können. Die Fed-Sitzung am Mittwoch, die Flut an Tech-Earnings und die politischen Entwicklungen in Deutschland und den USA – all das wird die Kurse bewegen. Intel hat gezeigt, wie schnell Euphorie kippen kann. SAP-Chef Klein hat daran erinnert, dass Politik und Wirtschaft untrennbar verbunden sind. Und Bitcoin wartet darauf, ob die Fed den nächsten Impuls liefert.
Eines ist sicher: Wer jetzt investiert, braucht einen klaren Kopf, eine diversifizierte Strategie und den Mut, auch gegen den Strom zu schwimmen. Europa könnte überraschen, US-Tech könnte enttäuschen – und Krypto bleibt das Zünglein an der Waage.
Bis morgen – und viel Erfolg bei Ihren Investments!
Andreas Sommer
Der Beitrag Intel, SAP & Bitcoin: Wenn Quartalszahlen die Erwartungen nicht mehr erfüllen können erschien zuerst auf Trading-Treff.
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .
Kryptoworld24 ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.










