USDi: Keine Schätzung, diese Rendite gilt im Mai

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Dies nur vorab als kurze Klarstellung zur Konstruktion von USDi – ein Thema, zu dem mich zuletzt mehrere Anfragen erreicht haben. Bevor ich darauf eingehe, ein kurzer Ausblick: Achten Sie kommende Woche auf meinen Blog, in dem ich meine Einschätzung zum wahrscheinlichen nächsten Fed-Chef Kevin Warsh darlegen werde. (In der Verhaltensökonomie spricht man hier von einer „Precommitment“-Strategie – ein Mechanismus, der mich gewissermaßen dazu zwingt, dies auch tatsächlich umzusetzen. Überfällig ist es ohnehin.)

Konkret zum USDi-Token: Im Mai wird dieser eine annualisierte Rendite von 12,59 % erzielen. Das ist weder eine Prognose noch ein Tippfehler. Zum Zeitpunkt des Schreibens befindet sich USDi in einer Phase, in der der Preis auf Monatsbasis mit einer annualisierten Rate von 5,65 % steigt. Aktuell notiert der Token bei 1,034237. Bis Ende April wird ein Anstieg auf 1,035424 erwartet, bis Ende Mai auf 1,046286.

Die Preisbewegung von Ende April bis Ende Mai entspricht damit einem monatlichen Zuwachs von 1,049 % – hochgerechnet auf Jahresbasis ergibt sich daraus eine Rendite von 12,59 %.

Ich sage bewusst nicht, der Preis „könnte“ oder werde „ungefähr“ auf diesem Niveau liegen. Zwar kann der Preis, zu dem USDi auf Uniswap oder in anderen Liquiditätspools gehandelt wird, leicht abweichen. Maßgeblich sind jedoch die Kurse, zu denen Käufe und Verkäufe direkt über unsere Website abgewickelt werden – vorausgesetzt, diese erfolgen exakt zum Monatsanfang beziehungsweise Monatsende. (Der Vollständigkeit halber: Für das Prägen und Einlösen fällt eine geringe Gebühr an. Diese ist auf der Minting-Seite unter „Wie hoch sind die Transaktionsgebühren“ ausgewiesen und reicht von 0 % bei Volumina über 5 Mio. USD bis zu 0,05 % – mindestens jedoch ein Dollar – bei Beträgen unter 100.000 USD. Entsprechend dürfte die effektive Rendite eher bei rund 0,99 % für den Monat bzw. 11,88 % annualisiert liegen. Das bleibt weiterhin attraktiv.)

Diese Differenzierung ist entscheidend: USDi ist weder ein tokenisierter Geldmarktfonds noch ein vergleichbares Fondsprodukt, bei dem Anleger anteilig an der Wertentwicklung partizipieren. In einem solchen Fall würde es sich um ein Wertpapier handeln – mit entsprechenden regulatorischen Anforderungen in den USA, etwa einer Registrierung via Formblatt D sowie AML- und KYC-Prüfungen. Das würde die praktische Nutzbarkeit als Krypto-Instrument deutlich einschränken.

Stattdessen ist USDi als indexierte Währung konzipiert, vergleichbar mit der chilenischen Unidad de Fomento, deren Entwicklung mechanisch an den nicht saisonbereinigten Verbraucherpreisindex gekoppelt ist. Die Wertentwicklung ähnelt damit einer inflationsindexierten Anleihe (TIPS) – mit dem Unterschied, dass die Anpassung kontinuierlich auf Blockbasis erfolgt und nicht nur einmal täglich. Die zugrunde liegende Methodik habe ich bereits im vergangenen Jahr im Beitrag „Wie der aktuelle Wert von USDi zu berechnen ist“ im Detail erläutert.

Auch eine TIPS-Anleihe – selbst mit kurzer Laufzeit – unterliegt Preisschwankungen. Das bedeutet konkret: Während der Kapitalwert der im Oktober 2026 fälligen TIPS sowie anderer inflationsindexierter Anleihen im Mai um 1,049 % steigen dürfte, werden diese Papiere parallel Preisbewegungen aufweisen. Gerade bei kurzlaufenden TIPS ist es wahrscheinlich, dass die Kurse im Monatsverlauf nachgeben, da nachfolgende Käufer an einem zunehmend geringeren Anteil dieses Wertzuwachses partizipieren. Mit anderen Worten: Die Entwicklung des Gesamtwerts ist für Anleger auf Sicht eines Monats nicht eindeutig vorhersehbar.

USDi unterscheidet sich in diesem Punkt grundlegend. Der Token besitzt kein Fälligkeitsdatum und ist keine Anleihe, deren Preis bei steigenden Zinsen unter Druck gerät. Vielmehr handelt es sich um inflationsindexiertes Bargeld – oder, anders formuliert, um ein Instrument mit ähnlichen Eigenschaften wie ein inflationsgebundenes Festgeld, das eine annualisierte Rendite von 12,59 % bietet und gleichzeitig jederzeit ohne Abschläge liquidierbar bleibt.

Die aktuell hohe Rendite – die nach Einschätzung des Marktes auch im Juni attraktiv bleiben dürfte, sofern sich die Erwartungen im Inflationsswap-Markt bestätigen – lässt sich im Wesentlichen auf den jüngsten Anstieg der Benzinpreise zurückführen, der sich direkt im Verbraucherpreisindex niedergeschlagen hat.

Die naheliegende Frage lautet damit: „Woher kommt diese Rendite?“ Auf eine detaillierte Antwort verzichte ich an dieser Stelle bewusst. Zum einen führen die zugrunde liegenden Anlagedynamiken häufig zu Missverständnissen, da sie fälschlicherweise als bestimmend für das Verhalten von USDi interpretiert werden – was nicht der Fall ist. Zum anderen steht die Erklärung im Zusammenhang mit einem Fonds, der als privat platziertes Wertpapier strukturiert ist, weshalb eine öffentliche Ausführung hierzu nur eingeschränkt möglich ist.

Vor allem aber geht es mir darum, keine unnötige Verwirrung zu stiften. USDi liefert in diesem Monat eine annualisierte Rendite von 5,65 %, im kommenden Monat werden es 12,59 % sein. Bei der ersten Zahl handelt es sich um eine Schätzung für Juni; auf Basis der Inflationsswap-Märkte liegt die Erwartung derzeit bei rund 9 % annualisiert. Sobald die nächsten Verbraucherpreisdaten veröffentlicht werden, wird diese Rendite feststehen und die Juni-Performance exakt bezifferbar sein.

Ich betone diesen Punkt bewusst mehrfach, da derzeit zu beobachten ist, dass Anleger beim Einstieg in USDi gerade in dem Moment besonders zurückhaltend agieren, in dem die künftigen Renditen vergleichsweise klar absehbar sind. Dass ein großer Hedgefonds ohne entsprechende Historie nicht unmittelbar 50 Millionen US-Dollar allokiert, ist nachvollziehbar.

Weniger klar ist hingegen, warum viele Investoren nicht zunächst kleinere Beträge – etwa 5.000 oder 10.000 US-Dollar – einsetzen, um das Produkt zu testen und ein besseres Verständnis für die Funktionsweise zu gewinnen. Die Zuflüsse sind zwar positiv, bewegen sich bislang jedoch auf einem eher vorsichtigen Niveau.

Sollte also die Sorge bestehen, dass „diese Rendite am Ende vielleicht doch nicht realisiert wird“, sei an dieser Stelle nochmals klargestellt – und das ist Punkt Nummer sechs: Die Rendite für Mai ist bereits fest verankert. Anders gesagt: Der Kuchen ist gebacken.




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