Lummis-Gillibrand-Gesetzesvorschlag ist ein Segen für die Krypto-Branche

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Es gibt nie einen guten Zeitpunkt für einen Krypto-Winter, aber es hätte kaum einen schlimmeren Zeitpunkt geben können als jetzt.

Schon vor dem Einbruch um 70 Prozent bei Bitcoin (BTC) war die Stimmung in der Öffentlichkeit nicht allzu gut. Die negative Stimmung war überall: Ein Twitter-Konto, das dokumentiert, wie Krypto-Investoren Verluste verzeichnen, hat Hunderttausende von Followern erreicht. Jetzt entlassen die größten Kryptobörsen der Welt Tausende von Vollzeitmitarbeitern und die selbsternannte “Cryptoqueen” ist auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Personen gelandet, weil sie Investoren um 4 Milliarden US-Dollar betrogen hat. Uff. Die Staatsanwaltschaft ruht.

Man kann die PR-Probleme von Kryptowährungen in der Öffentlichkeit in einem Satz zusammenfassen: ein Image-Problem. Aussehen ist nicht alles. Das ist das Credo der diamantenen Hände. Die Ungläubigen hinter sich lassen. Wir hätten die Hardcore-Gegner und unbelehrbaren Skeptiker sowieso niemals überzeugen können. (Das Problem mit dieser Einstellung, so schön, wie sich grenzenloser Optimismus auch anfühlt, ist, dass man damit immer wie ein Prediger klingt und das wie eine gute Strategie wirkt. Ist es aber nicht. Das war es nie.)

Ein gesichtsloser Haufen von Hardcore-Gegnern und unbelehrbaren Skeptikern war seit den Anfängen von Krypto ein nützlicher Strohmann. Aber bei näherer Betrachtung, besonders nach dem Einbruch, zeigt sich, dass die Skeptiker, die uns in die Knie zwingen wollen, echte Menschen mit echter Macht sind. Und sie haben uns genau beobachtet, bevor diese Linie nach unten, nach unten, nach unten ging.

Das geschieht auf beiden Seiten des Atlantiks. In Washington ist Skepsis gegenüber Kryptowährungen zunehmend normal. Im vergangenen September verglich der Vorsitzende der US-Wertpapieraufsicht SEC Gary Gensler Stablecoins mit “Pokerchips” und betonte, es sei wichtig, dass der Kongress ihre Regulierungsbefugnisse für Kryptowährungen erweitere. Ein Gesetzesentwurf, der von den Senatoren Kirsten Gillibrand und Cynthia Lummis gemeinsam eingebracht wurde, wurde am 7. Juni vorgelegt. Das war nur wenige Tage vor dem erschütternden Einbruch in der Branche. Ein weiterer parteiübergreifender Vorschlag, angeführt von den Senatoren Debbie Stabenow und John Boozman, wurde im August vorgelegt.

Vom Abschwung zu harten Durchgriffen

Dieser Gesetzentwurf ist keine symbolische Geste. Dieser wird von beiden Parteien unterstützt und das in einer Regierung, in der es in den letzten Jahren so gut wie nie eine parteiübergreifende Unterstützung gab. Die US-Regulierungsbehörde CFTC, die Gillibrand mit beaufsichtigt, würde Kryptowährungen direkt regulieren, falls das Gesetz verabschiedet wird. Dabei werden digitale Vermögenswerte als Rohstoffe wie Weizen oder Öl neu klassifiziert.

Der 69-seitige Gesetzentwurf ist so umfangreich, dass er möglicherweise aufgeteilt und schrittweise verabschiedet werden muss. Lummis ist im Übrigen nicht gegen Krypto. Sie lud führende Vertreter der Krypto-Branche dazu ein, mit ihr an der Gesetzgebung zusammenzuarbeiten. Das wäre für die Krypto-Welt insgesamt besser, als eine einfache Durchsetzung und Ausweitung der bestehenden SEC-Vorschriften.

Die Branche sollte diese Einladung annehmen. Der Lummis-Gillibrand-Gesetzesvorschlag, der offen gesagt, dem enger gefassten Stabenow-Boozman-Gesetzentwurf vorzuziehen ist, würde der CFTC die ausschließliche Zuständigkeit für digitale Vermögenswerte übertragen, es sei denn, der digitale Vermögenswert fällt in den Bereich der Wertpapierregulierung. An dieser Stelle muss man erwähnen, dass sich die CFTC bisher viel netter verhalten hat als die SEC, die keine klaren Regulierungsrichtlinien geboten hat und versucht hat, die Branche durch Durchsetzung zu steuern. Das hat zuweilen an reiner Bestrafung gegrenzt.

Je früher wir zusammenarbeiten, desto besser. Eine vernünftige Regulierung ist keine schlechte Sache für Kryptowährungen, aber eine übereilte Regulierung könnte schlecht sein. Die Folgen dieses Einbruchs könnten bei den Gesetzgebern, die eine Regulierung wollen, ein Gefühl der Dringlichkeit hervorrufen und sie dazu zwingen, mit weitreichenden Maßnahmen übermäßig zu reagieren und zu korrigieren. Aus regulatorischer Sicht ist die Härte dieses Krypto-Winters und die Tatsache, dass der Markt die Anleger nicht schützen konnte, ein Beweis dafür, dass wir nicht auf uns allein gestellt sein können. Eine aktive, offene Zusammenarbeit würde das verhindern.

Grund für vorsichtigen Optimismus?

Wir wissen bereits, wie eine “Verbrannte Erde”-Gesetzgebung aussieht. Es gibt nun schließlich einen Präzedenzfall, in dem ein ganzes Land das Krypto-Mining einfach pauschal verboten hat. In den USA oder der Europäischen Union ist das unwahrscheinlich, da die dezentrale Finanzierung (DeFi) und die traditionellen Finanzmärkte inzwischen sehr stark miteinander verwoben sind. Aus kapitalistischer Sicht wäre es für traditionelle Investoren und Märkte nicht profitabel, Kryptowährungen zu ignorieren.

Aber man konnte nie erwarten, dass Kryptowährungen ohne weiteres davonkommen. Das Gefühl der Dringlichkeit, das durch den Crash in diesem Jahr entstanden ist, wird wahrscheinlich das Potenzial für eine maßvollere und wohlüberlegte Regulierung, die individuell auf die Bedürfnisse von Kryptowährungen zugeschnitten sind, zunichte machen. Wäre dieser Crash nicht passiert, wären Gesetzgeber wahrscheinlich offener für flexible, individuelle Maßnahmen gewesen.

Das ist jetzt in Gefahr. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde bezeichnet Krypto und DeFi als potenzielles “Risiko für die Finanzstabilität” und drängt bereits auf eine zweite, erweiterte Version der Verordnung für Märkte für Krypto-Assets, die vor kurzem erst offiziell verabschiedet wurde. Was beim ersten Mal übersehen und nicht beachtet wurde, nämlich das Staking und die Kreditvergabe, wird beim zweiten Mal nicht mehr übersehen werden.

Aber DeFi ist nun so etwas wie ein Sündenbock geworden. Nach dem Einbruch auf den Markt hat diese Branche die Hauptlast der Schuld bekommen. Allerdings war ein Teil dieser Schuld unangebracht. Vor dem Crash gingen die zentralisierten Anbieter übermäßige Risiken ein und haben nicht transparent dargelegt, wie sie die Kundengelder anlegten. Reine DeFi-Projekte, bei denen es sich nur um einen völlig transparenten Smart Contract auf der Blockchain handelte, funktionierten genau so, wie sie sollten. Da die Gesetzgeber auf beiden Seiten eine Regulierung anstreben, ist es jetzt an der Zeit, mit den Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten, um eine ausgewogene und vernünftige Regulierung zu erreichen und dabei den Ruf von DeFi zu retten.

Wir können uns nicht einfach darauf verlassen, dass sich die Dinge immer zu unseren Gunsten entwickeln. Die Befürchtung, dass die Verordnung des Europäischen Parlaments über den Transfer von Geldern (TOFR) sich gegen unhostet Wallets berichtet und die Entwicklung der maschinellen Wirtschaft bremsen würde, haben sich zumindest vorläufig nicht bewahrheitet. Obwohl hier die Ansicht vertreten wurde, dass Kryptoüberweisungen riskanter sind als andere Überweisungen, wurden die schärfsten Maßnahmen des TOFR soweit abgeschwächt, das unhostet Wallets weiter existieren können. Auf jeden Fall wird die Gesetzgebung im Hinblick auf unhostet Wallets nun in den Entwurf der Geldwäschebekämpfungsverordnung verlagert, wo ein pragmatischerer Ansatz möglich ist.

Das ist in gewisser Weise eine gute Nachricht. Aus technischer Sicht waren Krypto und DeFi nicht bereit oder in der Lage, die ursprüngliche Version der Regulierung im TOFR zu erfüllen. Die Anpassung hat uns Zeit verschafft. Genau diese wird der Krypto-Welt fehlen, wenn weitreichende Regulierungen hart und schnell und ohne Absprache mit uns durchgesetzt werden.

Vielleicht ist es sinnlos, weiter darüber nachzudenken. Was passiert ist, ist passiert. Aber dieser Crash hat die Art und Weise der Regulierung verändert. Ich möchte hier jetzt keinen Weltuntergang heraufbeschwören, aber wir müssen sehr proaktiv sein und mit den Gesetzgebern von jetzt an zusammenarbeiten und auf sie zugehen. Regulierungen werden jetzt schneller kommen. Nun muss auch unsere technologische Entwicklung (sowie unsere Anpassungs- und Verhandlungsfähigkeit) einen Gang höher schalten.

Dominik Schiener ist Mitbegründer und Vorsitzender der IOTA Foundation, die hinter einem der größten Kryptowährungs-Ökosysteme der Welt steht. Die Stiftung hat die Aufgabe, die Forschung und Entwicklung neuer Distributed-Ledger-Technologien zu fördern, darunter auch das IOTA Tangle. Dominik Schiener ist für Partnerschaften und die allgemeine Umsetzung der Vision des Projekts für die Maschinenwirtschaft zuständig.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Rechtsberatung noch eine Investitionsberatung dar. Die Ansichten, Gedanken und Meinungen, die hier geäußert werden, sind allein die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten und Meinungen von Cointelegraph wider.




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