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Rückblick
In den vergangenen dreieinhalb Wochen hielt die Schwäche im Krypto-Sektor weiter an, während die Edelmetalle furios und dynamisch weiter nach oben marschierten. Immerhin konnte der aus seiner Seitwärtszone ausbrechen und sich vorübergehend bis auf 97.939 USD erholen. Eine klare Trendwende bzw. zumindest eine abgeschlossene Bodenbildung kann bislang aber nicht attestiert werden, denn mit dem schwachen Wochenauftakt an den Börsen rutscht auch der Bitcoin wieder deutlich ab und notiert aktuell um 91.000 USD. Ethereum hinkt weiter hinterher und konnte bislang noch nicht mal das Hoch vom 10.Dezember bei 3.446 USD überwinden.

Krypto Marketcap, vom 20. Januar 2026. Quelle: Tradingview
Insgesamt zeige sich seit Herbstbeginn eine deutliche Marktverschiebung, die sich in den letzten Wochen weiterbeschleunigte. Während Privatanleger Rekordsummen in Silber-ETFs investieren – über 920 Mio. USD in nur 30 Tagen –, wenden sich die Investoren zunehmend von den Kryptowährungen ab. Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung hat seit Anfang Oktober rund ein Drittel eingebüßt. Der Aufwärtstrend seit dem Herbst 2023 ist gebrochen und wirkt jetzt als Widerstand.
Und obwohl sich der Bitcoin kurzzeitig auf fast 98.000 USD erholen konnte, erlitten die Krypto-Aktien erneut massive Verluste. , Circle, und verloren teils über 10 %. Auslöser war u.a. der Rückzug eines lange vorbereiteten Gesetzesentwurfs im US-Senat, nachdem Coinbase-CEO Brian Armstrong vor einem „schlechten Gesetz“ gewarnt hatte. Die neuen Unsicherheiten hinsichtlich der US-Regulierung als auch der neu angedrohten US-Zölle lähmen den Krypto-Sektor.
Zugleich bleibt die US-Wirtschaft robust mit überraschend niedrigen Arbeitslosenzahlen, und TradFi-Riesen wie State Street rücken mit neuen digitalen Asset-Plattformen weiter in die Blockchain-Welt vor.
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Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar
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Wochenchart: Bodenbildung bislang nicht bestätigt

Bitcoin in USD, Wochenchart vom 20. Januar 2026. Quelle: Tradingview
Seit dem heftigen Kursrutsch vom neuen Allzeithoch am 6. Oktober 2025 bei 126.272 USD bis auf das Tief am 21. November 2025 bei 80.537 USD kommt der Bitcoin bislang nur langsam und mühsam auf die Beine. Zwar konnten sich die Bitcoin-Notierungen vom Tief in den letzten zwei Monaten in der Spitze um rund 21,6% erholen, das klare Scheitern an der 38,2%-Fibonacci-Marke bei knapp 98.000 USD unterstreicht jedoch die angeschlagene Ausgangslage.
Die Annahme einer abgeschlossenen Bodenbildung sowie einer Trendwende ist daher verführt und gefährlich. Sollte der Bitcoin auch in den kommenden Wochen nicht über die 38,2%-Fibonacci-Marke (98.000 USD) hinauskommen und damit weiter unter der psychologischen Marke von 100.000 USD handeln, verdüstert sich der Ausblick zusehends. Die Wochen-Stochastik ist allerdings weiterhin klar überverkauft und bemüht sich um eine Momentum-Wende nach oben.
Zusammenfassend bleibt der Wochenchart bärisch. Es fehlt weiterhin eine klare Bestätigung für eine größere Erholung bzw. eine Trendwende. Das untere Bollinger Band (76.593 USD) gibt bereits weiteren Platz nach unten frei. Innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrendkanals wären in diesem Jahr auch Kursziele im Bereich zwischen 55.000 und 65.000 USD denkbar. Die Unterstützungszone zwischen 81.000 und 75.000 USD ist allerdings stark und dürfte auch dem nächsten Angriff der Bären zunächst standhalten.
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Tageschart: Seitwärts verlaufende Konsolidierung

Bitcoin in USD, Tageschart vom 20. Januar 2026. Quelle: Tradingview
Auf dem Tageschart ist der Bitcoin vor sechs Tagen am 38,2%-Fibonacci-Marke (98.000 USD) sowie an einer lange bestehende Trendlinie im ersten Anlauf gescheitert und sofort zügig bis an seine 50-Tagelinie (90.389 USD) zurückgefallen. Nach einer gewissen Konsolidierung um die 50-Tagelinie herum wäre ein zweiter Angriff auf die Widerstandsbastion um 98.000 bis 100.000 USD denkbar. Sollte dieser ebenfalls scheitern, dürfte sich der Krypto-Winter verschärfen.
Gelingt hingegen der Sprung über die runde Marke von 100.000 USD wäre einer Erholung bis an die fallende 200-Tagelinie (105.646 USD) logisch und realistisch. Bis dahin wartet auf die Bullen in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld jedoch viel Arbeit.
Kurzfristig hat die Tages-Stochastik mit dem Rückfall ein Verkaufssignal aktiviert. Wir vermuten aber, dass es vorerst nicht zu neuen Tiefs unterhalb von 80.000 USD kommen wird, sondern eher eine Konsolidierung um die 50-Tagelinie im Bereich von 85.000 bis 95.000 USD bis in den Februar hinein ansteht.
Insgesamt signalisiert der Tageschart weiterhin ein eher schwaches Marktumfeld. Die Musik spielt derzeit eindeutig nicht im Krypto-Sektor, sondern in anderen Sektoren wie den Edelmetallen und Rohstoffen. Am wahrscheinlichsten ist daher in den kommenden Wochen eine Fortsetzung der Seitwärtsphase, an deren Ende eine Erholung stehen könnte, die entweder im Bereich von 98.000 bis 100.000 USD erneut scheitert oder etwas höher im Bereich von 103.000 bis 105.000 USD die 200-Tagelinie vorübergehend wiedersehen könnte.
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Sentiment Bitcoin – Neutrale Stimmungslage

Crypto Fear & Greed Index vom 17. Januar 2026. Quelle: Bitcoin Magazine Pro.
Der „Crypto Fear & Greed Index“ konnte sich zuletzt auf 50 von 100 Punkten erholen. Damit hat sich die Stimmung im Sektor deutlich beruhigt und es liegt kein extremes Sentiment mehr vor. Vielmehr signalisiert der Crypto Fear & Greed Index momentan Unentschlossenheit, denn die berücksichtigten Faktoren wie Volatilität, Handelsvolumen, Bitcoin-Dominanz, Social-Media-Sentiment und Google-Trends deuten derzeit weder auf extreme Angst noch auf übermäßige Gier hin. Historisch gesehen korreliert ein neutraler Index oft mit Stabilisierungstendenzen, wobei Werte unter 25 „Extreme Fear“ und über 75 „Extreme Greed“ anzeigen, was Chancen für Käufe in Panikphasen bzw. Warnungen vor größeren Korrekturen bietet.

CMC Crypto Fear & Greed Index vom 17. Januar 2026. Quelle: Coinmarketcap
Der „CMC Crypto Fear & Greed Index“ von CoinMarketCap, der den breiteren Kryptomarkt (inklusive Top-10-Coins und Stablecoin-Dynamiken) abbildet, steht aktuell bei 50 von 100 und spiegelt damit ebenfalls eine ausgeglichene, neutrale Stimmung im Kryptomarkt wider. Die analysierten Indikatoren wie Marktvolatilität, Momentum, Social-Media-Aktivität, Umfragen und Bitcoin-Trends deuten im Kollektiv auf eine Fortsetzung der Konsolidierung hin.
Zusammenfassend hat sich das Marktsentiment auf neutraler Basis stabilisiert, ohne eine klare Richtung oder Aussage zu liefern.
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Saisonalität Bitcoin – Seitwärts im 1.Quartal

Bitcoin Saisonalität vom 20. Januar 2026. Quelle: Seasonax
Die Saisonalität von Bitcoin zeigt für das erste Quartal historisch gemischte, aber tendenziell eher positive Entwicklungen, da Januar oft als stärkster Monat gilt, gefolgt von moderaten Zuwächsen in Februar und März. In Jahren wie 2017, 2021 oder 2024 erzielte BTC im Q1 signifikante Renditen – etwa verdoppelte sich der Kurs 2021 von rund 29.000 auf 58.600 USD –, während Phasen wie 2018 oder 2022 Korrekturen nach Bullenmärkten brachten. Statistisch liegt die durchschnittliche Q1-Performance seit 2010 bei ca. +20 bis +30% in Aufwärtsphasen, beeinflusst durch Halving-Zyklen, Steuerereignisse und neue Kapitalzuflüsse, wobei Volatilität hoch bleibt. Grünes Licht gibt es im statistischen Durchschnitt aber erst wieder ab Anfang/Mitte April!
In der Konklusion liefert die saisonale Komponente im ersten Quartal historisch gemischte, tendenziell aber leicht positive Ergebnisse, wobei statistisch erst ab Anfang/Mitte April mit der nächsten nachhaltigen Aufwärtsbewegung gerechnet werden kann.
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Bitcoin gegen ()

Bitcoin/Gold-Ratio, Wochenchart vom 20. Januar 2026. Quelle: Tradingview
Bei Kursen von rund 90.820 USD für einen Bitcoin und ca. 4.725 USD für eine Feinunze Gold, muss man für einen Bitcoin derzeit rund 19,22 Unzen Gold bezahlen. Andersherum gesagt kostet eine Feinunze Gold aktuell ca. 0,052 Bitcoin. Damit konnte sich der Bitcoin in den letzten Wochen leicht gegen den starken Goldpreis nur vorübergehend stabilisieren! Der Trend läuft weiterhin klar zu Gunsten des Goldes.
Dabei wird die Bitcoin/Gold-Ratio vor allem von makroökonomischen Faktoren wie Zinsentscheidungen der Zentralbanken, globaler Liquidität und Inflation geprägt, da niedrige Zinsen risikoreiche Assets wie Bitcoin begünstigen, während Gold in Unsicherheitszeiten als sicherer Hafen dient. Bitcoin-spezifische Treiber wie ETF-Zuflüsse, Halving-Events, regulatorische Fortschritte und politische Unterstützung – etwa durch die Trump-Administration – verstärken dies, indem sie institutionelle Nachfrage ankurbeln und BTC gegenüber Gold outperformen lassen. Hinzu kommen Bitcoins hohe Volatilität im Gegensatz zu Golds Stabilität sowie wechselnde Korrelationen zu Aktienmärkten, ergänzt durch geopolitische Spannungen und Nachfrage aus Schwellenländern, die Gold stützen.
Mit 19,22 zu 1 deutet die Bitcoin/Gold-Ratio im Vergleich der letzten fünf Jahre eine relative Unterbewertung von Bitcoin gegenüber dem Edelmetall hin. Diese Kennzahl, die die Kaufkraft von Bitcoin in Gold misst, ist seit dem Dezember 2024 von ihren Höchstständen um 41:1 deutlich gefallen, beeinflusst durch die starke Gold-Rallye sowie die harte Korrektur beim Bitcoin. Historisch begünstigt eine niedrige Ratio eine zukünftige Outperformance des Bitcoin.
Technisch betrachtet ist bislang allerdings überhaupt gar keine Trendwende für den Bitcoin gegen das Gold zu erkennen. Im Gegenteil, die Schulter-Kopf-Schulter-Formation lässt Kursziele von ca. 12:1 erahnen. Allerdings ist die Wochen-Stochastik zwar bärisch eingebettet aber eben auch stark überverkauft, so dass eine Erholung zugunsten des Bitcoins in den kommenden ein bis fünf Monaten eigentlich keine Überraschung wäre.
In der Summe ist die Bitcoin/Gold-Ratio auf dem Wochenchart stark überverkauft, während auf dem Tageschart eine wenig überzeugende Erholung schon wieder beendet wurde. Um den scharfen Abwärtstrend seit Mitte August zu beenden, benötigt es beim Bitcoin/Gold-Ratio einen Anstieg auf Werte oberhalb von 22. Dann könnte sich die Ratio in Richtung 25 bis 26 erholen. Bislang ist davon nichts zu sehen und wir müssen davon ausgehen, dass die Ratio im Jahresverlauf bis auf ca. 12:1 oder tiefer fallen wird.
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Globale Risikoaversion: Gold haussiert, Bitcoin bricht ein
Am Montagmorgen wurden die globalen Finanzmärkte von einer neuen Welle der Risikoaversion erfasst. Auslöser dafür waren gleich zwei Schocks: neue Zolldrohungen aus Washington sowie politische Unsicherheiten in . Während Schlagzeilen von einem möglichen vorgezogenen Wahltermin und einer geplanten Steuersenkung berichteten, schossen die Renditen japanischer Staatsanleihen nach oben – die 30-jährige Anleihe erreichte mit 3,58 % ihren höchsten Stand seit Einführung. Gleichzeitig brachen die Aktien- und Kryptomärkte ein, während Anleger in den sicheren Hafen der Edelmetalle flüchteten. Gold stieg mittlerweile auf ein neues Rekordhoch bei 4.730 USD und Silber zog auf knapp über 95,50 USD an, während der Bitcoin bis auf 90.600 USD zurückfiel.
Diese drastischen Bewegungen spiegeln eine tiefgreifende Umgewichtung globaler Kapitalströme wider. Angesichts der Kombination aus geldpolitischer Unsicherheit in Japan, steigender Staatsverschuldung und neuen handelspolitischen Spannungen unter US-Präsident Trump suchen Marktteilnehmer zunehmend Schutz in risikoarmen Anlagen. Das Zusammenspiel steigender Anleiherenditen und explodierender Goldpreise signalisiert eine klare Flucht aus dem Risiko – ein Warnsignal für eine mögliche Phase erhöhter Marktvolatilität mit vorübergehend schrumpfender Liquidität.
Neue Fed-Liquidität trifft fragile Märkte

Alle Wege führen zur Inflation
Die Federal Reserve pumpt ab Dienstag allerdings vorrausichtlich ca. 55,3 Mrd. USD direkt in die Märkte – ein QE-ähnliches Programm, das Risikoaktiva wie Aktien und Krypto beflügeln könnte. Gleichzeitig betragen die US-Schulden mittlerweile mehr als 38 Bio. Dollar und verursachen jährliche Zinskosten von 1,17 Bio USD. Damit ist die Notenbank in einem Deadlock: Entweder Inflation oder Insolvenz. Dieses Twin-Defizit-Syndrom, bei dem Haushaltsdefizite in Handelsdefizite münden, destabilisiert das Dollar-Gleichgewicht und treibt Investoren in alternative Assets. Aus dieser Sicht fungieren Gold und Bitcoin als monetäre Lebensversicherungen – doch während Gold auf die weltweiten Käufe mit starken Preisanstiegen reagiert, hängt Bitcoin von privater Risikobereitschaft sowie Netzwerksicherheit ab und befindet sich im Abwärtstrend.
Gold löst sich von realen Zinsen

Gold vs. und reale US-Zinssätze, vom 16. Januar 2026. Quelle: GLI
Seit dem Beginn der großen Goldhausse Ende Februar 2024 entkoppelten sich die Goldpreise von den realen Zinssätzen und vollzog einen makrohistorischen Wendepunkt! Mittlerweile horten Zentralbanken, insbesondere aus den BRICS-Staaten, erstmals seit 30 Jahren mehr Gold als US-Treasuries. Das ist nicht nur ein massives Vertrauensvotum gegen die US-Fiskalpolitik, sondern auch ein klares Signal für einen strukturellen De-Dollarisierungszyklus. Geopolitische Absicherung und physische Knappheit machen Gold zum strategischen Asset, welches sowohl supranational als auch zensurresistent ist. Obendrein hat Gold, um im Bitcoin-Jargon zu bleiben, bereits tausende Jahre an „Proof of Work“ geleistet.
Physische Festung vs. spekulative Kette
Sowohl Bitcoin als auch Gold leben von ihrem Status als „Outside Money“ – Vermögenswerte jenseits staatlicher Haftung. Der Unterschied: Gold existiert hundertprozentig außerhalb der digitalen Infrastruktur, Bitcoin hingegen ist vollständig davon abhängig. In einer Welt zunehmender Cybersicherheitsrisiken und KI-gestützter Angriffsvektoren gewinnt Gold ohne Drittparteienrisiko an relativer Attraktivität, weil es nicht gehackt werden kann. Bitcoin bleibt stattdessen volatil, weil sein Sicherheitsbudget direkt an die Spekulation gekoppelt ist.
Bitcoin in der Zwickmühle
Technisch steckt Bitcoin daher in einer strukturellen Zwickmühle. Mit jedem Halving halbiert sich die Blocksubvention – und damit die Sicherheitsausgaben des Netzwerks. Ohne exponentielle Preissteigerung oder dauerhaft hohe Transaktionsgebühren bricht das Anreizmodell für Miner zusammen. Diese „Sicherheitsrezession“ ist kein Randproblem, sondern ökonomisch unvermeidlich, wenn Preis oder Nutzungsvolumen stagnieren. Das bedeutet: Ökonomisch gesehen muss Bitcoin entweder inflationieren oder riskieren, angegriffen zu werden.
Golds stille Renaissance
Dennoch waren Bitcoin und Krypto aufgrund der dramatischen Kursgewinne in den letzten Jahren medial viel auffälliger. Bitcoin gilt noch immer als „todsichere“ Wette. Gleichzeitig spielte sich im Schatten ein epochaler Wandel zurück zum Gold ab. Gold wurde vom toten „Relikt“ wieder zum geopolitischen Werkzeug, dem stillen Rückgrat eines multipolaren Finanzsystems. Bitcoin könnte konzeptionell dieselbe Rolle einnehmen, doch ihm fehlt regulatorische Akzeptanz und physische Verankerung.
Bitcoin & das neue Sicherheitsparadoxon
So ist der kürzliche Bitcoin-Diebstahl in Höhe von 282 Mio. USD nicht nur ein Einzelfall, sondern ein makroökonomischer Weckruf. Das Ereignis zeigt, dass technologische Sicherheit (Hardware Wallets, Multi-Sig, Cold Storage) nur so stark sind wie der menschliche Faktor. Social Engineering bspw. untergräbt zunehmend die Sicherheitsarchitektur des gesamten Kryptomarktes. In einem Umfeld, in dem ein einziger Fehler Millionen vernichten kann, verschiebt sich das Vertrauen von Technologie zu Psychologie – ein makroökonomisch stark unterschätzter Faktor.
Privacy Coins und das Shadow-Liquidity-Dilemma
Dass der Hacker den gesamten Ertrag über Dutzende Instant-Swap-Dienste in Monero konvertierte, zeigt ein wachsendes Phänomen: Privacy Assets als Endpunkt illegaler Liquidität. Moneros kurzfristiger Preisanstieg um 80% war kein Marktzyklus, sondern ein Liquiditätsimpuls durch kriminelles Kapital. Diese Episode illustriert, dass Privacy Coins heute als “digitäres Schattenbanksystem” fungieren – außerhalb von AML-Regimen, aber innerhalb eines immer stärker digitalisierten globalen Finanzsystems.
Vertrauen als ultimative und neue Knappheit
Der Fall offenbart den wahren Engpass des Krypto-Ökosystems: Vertrauen als menschlich seltene Ressource! Während Bitcoin mathematisch knapp und Gold physisch knapp sind, bleibt Vertrauen rar und anfällig für Social Engineering. Hardware kann man sichern, aber sie schützt nicht vor menschlichem Versagen. Paradoxerweise treibt dieses Misstrauen die Nachfrage nach dezentralen Assets: Je offensichtlicher Fehler passieren, desto verlockender wirken fehlerfreie Systeme!
Bitcoins makroökonomisches Paradoxon
Makroökonomisch befindet sich Bitcoin daher in einer paradoxen Position. Einerseits wird er von institutionellen Portfolios zunehmend als strategischer Inflationsschutz gesehen, andererseits bleibt er eines der systemisch anfälligsten Assets. Die regulatorischen Fronten – von MiCA bis zu US Stablecoin Bills – bremsen den Markt zusätzlich, weil Profitabilität und Kontrolle der Banken direkt bedroht sind. Stablecoins sind hier das Scharnier: Sie greifen in das Fundament des modernen Bankensystems ein, indem sie Zinsen für Sparer potenziell marktfähig machen.
Bankenlobby und Zinsdifferenzkrieg
Die Blockade des US-Krypto-Gesetzes illustriert jedoch die grundlegende Machtverschiebung. Banken verdienen an der Zinsdifferenz: Sie zahlen 0,1 %, während sie ihre Einlagen für bis zu 4 % bei der Fed parken. Stablecoins wie bedrohen dieses Modell. Die Folge ist ein offener Lobbykrieg um die Kontrolle über die private Geldschöpfung im digitalen Zeitalter. Diese Dynamik ist ökonomisch weitaus bedeutender als die juristische Frage „SEC oder CFTC“, denn US-Banken fürchten einen potenziellen Abfluss von ca. 6 Bio USD Einlagen durch Stablecoin-Yields wie bspw. Coinbases 3,5 % auf USDC. Der CLARITY-Act-Streit (Coinbase vs. Weißes Haus) eskaliert daher. Die Bank of America warnt bereits vor einem Kreditkollaps. Venezuela hingegen handelte bereits rund 80 % seines Öls via USDT!
Tether als privater Zentralbank
Dabei werden Stablecoins insbesondere für Trading-Infrastruktur verwendet und nicht für Alltagszahlungen. Die Tether Holdings Limited, mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, ist das Mutterunternehmen hinter dem weltweit größten Stablecoin USDT und kontrolliert auch die Kryptobörse Bitfinex. Das Unternehmen verwaltet über 181 Mrd. USD in Reserven, darunter massive US-Staatsanleihen-Positionen, ca. 116 Tonnen Gold und über 100.000 Bitcoins. Tether erzielt mit weniger als 100 Mitarbeitern ca. 10 Mrd. USD Jahresgewinn primär durch Zinsengewinne, aber auch mit Diversifikation in Sektoren wie Agrar und Mining. Der Stablecoin-Gigant dollarisiert den Entwicklungsbereich, bewegt 47 Bio. USD jährlich via Profi-Trader und tauscht quartalsweise ca. 15 % seiner Profite in Bitcoin. Trotz US-Verbot schafft Tether via GENIUS Act zwei Dollar-Welten: reguliert vs. offshore.
Bitcoin in Fundamentalkrise
Bitcoin hingegen hat null Exposure zum Blockchain-Wachstum wie den Stablecoins, DeFi oder RWA-Tokenisierung – die „Fat Protocol“-These ist daher tot. Der 282 Mio. USD Hack via Trezor-Social-Engineering hat erneut die Sicherheitslücken aufgezeigt, während die Halvings die Miner-Subventionen reduzieren und die Bitcoin-Governance oligarchisch erstarrt ist.
Die Governance-Struktur von Bitcoin hat sich in einer Art „Centralized Anarchy“ verfangen: formal dezentral, praktisch oligarchisch. Wenige Core-Entwickler kontrollieren GitHub-Zugänge und damit den Entwicklungspfad. Diese Zentralisierung verhindert Anpassungen, die ökonomisch notwendig, aber politisch unerwünscht sind. In makroökonomischer Terminologie leidet Bitcoin an institutioneller Trägheit – ein Governance-Defizit, das jenen traditioneller Staaten gleicht.
Das Versprechen, dass Transaktionsgebühren langfristig die Netzwerksicherheit tragen, widerspricht zudem ökonomischer Realität. In einem kompetitiven Markt wandern Nutzer bei hohen Gebühren einfach ab. On-Chain-Kapazitätsgrenzen machen Bitcoin damit inhärent deflationär in seiner Funktionalität – je teurer die Sicherheit, desto geringer der Nutzen. Das bremst Adoption und hält institutionelle Nutzer fern. Zusammengefasst bewegt sich der Bitcoin auf einer Kurve sinkender Grenznutzen bei steigenden Opportunitätskosten.
Fazit: Zwei Welten, ein Narrativ
Makroökonomisch stehen Gold und Bitcoin nicht mehr in Konkurrenz, sondern in einer Art Sequenz. Gold führt, Bitcoin folgt. Während Staaten sich physisch absichern, suchen Individuen digitale Alternativen. Doch der Markt bleibt gnadenlos: mathematische Knappheit ersetzt kein ökonomisches Vertrauen. Wenn Bitcoin seine Governance- und Sicherheitsprobleme nicht löst, wird Gold wieder der „risk-free asset“ des 21. Jahrhunderts – und Bitcoin ein brillantes, aber selbstzerstörerisches Experiment.
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Fazit: Bitcoin – Goldhausse vs. Krypto-Winter
Seit dem Crash von 126.272 USD auf 80.537 USD bemüht sich Bitcoin um eine Bodenbildung und Trendwende. Das Scheitern an der 38,2%-Fibonacci-Marke um 98.000 USD wirft jedoch kein gutes Licht auf die kommenden Monate. Der Tageschart lässt zunächst eine Konsolidierung um die 50-Tagelinie erwarten. Die Chance für einen abermaligen Anstieg in Richtung von ca. 98.000 bis 100.000 USD ist weiterhin vorhanden. Die Bitcoin/Gold-Ratio lässt mittelfristig aber einen weiteren Abstieg des Bitcoins in Richtung von ca. 60.000 USD vermuten.
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